Unsere Ankunft am Freitag (11. Juli) Abend gestaltete sich verregnet. Nachdem das Zelt aufgebaut war, leisteten wir unserem QmstrSgt. in seinem Zelt Gesellschaft. Es war recht eng, da sehr viele versuchten im Trockenen zu bleiben und dennoch nicht alleine in ihren Zeltern zu sitzen. Viele waren schon die gesamte Woche vor Ort. Man sah ihnen die Strapazen der vergangenen Tage an. Doch die Moral war gro?. Jeder wollte den Yankees zeigen, dass man diesen Krieg gewinnen will und keinen Zweifel daran lassen!
Nach einer verregneten, aber im Zelt trockenen, Nacht, wurde gefr?hst?ckt. Danach begann sofort der Drill. Die f?r den Tag wichtigsten Kommandos wurden noch einmal geprobt. Das Hauptaugenmerk unseres Leutnants lag auf Skirmishing.
In alter Tradition des Reenactments in Pilsen begann der Marsch zum Schlachtfeld bereits am Vormittag. Mit einer R?ckkehr vor dem Abendessen war nicht zu rechnen. Daher hatten alle ihre Haversacks gef?llt mit diversen Nahrungsmitteln. Auch die Feldflaschen wollten gef?llt sein.
Wir begannen mit einem Marsch durch den Wald. Schon bald stie?en wir auf eine Picket-Line der Yankees. Das erste Feuergefecht brach aus. Doch schon nach ein paar Salven von unserer Seite trat der Feind den R?ckzug an. Langsam arbeitete sich unsere Skirmish-Line vorw?rts. Die Linie zu halten war in dem dicht bewachsenen Wald nicht immer einfach. Doch jeder tat sein Bestes.
W?hrend des Marsches kam es immer wieder zu kleineren Gepl?nkeln welche ohne Verluste auf unserer Seite gemeistert wurden. Nach einigen Stunden hatten wir die Yankees in die Enge eines Hofes getrieben. Verzweifelt versuchten sie ihre Stellung zu verteidigen. Unserem Charge hielten sie jedoch nicht stand. Die ?berlebenden ergaben sich ohne noch weiteren Widerstand zu leisten.
Zu unserem Gl?ck war der Hof besetzt, und wir konnten unsere Marschrationen zu uns nehmen. Schon nach kurzer Zeit ert?nte wieder das ?Fall in?. Wir setzten unseren Marsch fort. Nach ein paar Minuten wurde unsere Kompanie in 2 Squads aufgeteilt. Das Squad in welchem ich Dienst tat wurde hinter einer Gel?ndekante im Skirmish aufgestellt. Jeder suchte sich einen gut gesch?tzten Platz und legte sich flach auf den Boden. Wir wollten die Yankees ?berraschend unter Feuer nehmen.
Das zweite Squad wurde fast im rechten Winkel zu uns, entlang eines Waldweges, postiert. Der Feind sollte in die Zange genommen werden.
Nach langem Warten h?rten wir die ersten Sch?sse. Die Yankees versuchten uns aus der Reserve zu locken. Unser Gegenfeuer zu provozieren damit wir unsere Position preisgeben. Doch waren alle sehr diszipliniert und wiederstanden der Versuchung auf den bereits in Sichtweite befindlichen Feind zu feuern.
Erst als die ersten Sch?sse in unsere Richtung abgefeuert wurden und somit klar war, dass der Feind uns entdeckt hatte, feuerten wir zur?ck. Pl?tzlich h?rte ich einen Schuss in meinem R?cken. Ich drehte mich um und sah einen Kameraden am Boden liegen, dann sah ich eine Blaue Uniform im dichten Gestr?pp nach links huschen. Der Feind hatte uns umzingelt! Wir leisteten verzweifelt Widerstand, mussten jedoch den R?ckzug antreten. In Panik liefen meine Kameraden und ich nach hinten. Entfernten uns vom 2ten Squad immer weiter. Das Schicksal unserer Kameraden war uns unbekannt. Wir hofften auf deren Angriff um uns neu formieren zu k?nnen. Doch dieser kam nicht.
Ich fand mich alleine im Wald. Konnte noch 2 Schuss abfeuern bevor ich mich 3 Yankees ergeben musste. Es war aussichtslos?..
In der Zwischenzeit k?mpften unsere Kameraden des 2ten Squads tapfer. Es schien schon als k?nnten sie die dr?ckend ?berlegenen Yankees in die Flucht schlagen. Doch konnten diese in letzter Minute die Schlacht f?r sich entscheiden.
Der dritte Teil des Tages gestaltete sich ?hnlich wie der erste. Die Yankees lieferten uns ein langes z?hes R?ckzugsfecht zur?ck ins Lager.
W?hrend eines dieser Gepl?nkel rannte einer unserer M?nner, nachdem wir unsere Salve abgefeuert hatten, pl?tzlich Richtung Yankees. Jedem war sofort klar: Der Mann will ?berlaufen! Ich h?rte den Colt unseres Leutnants klicken. Er wollte ihn stoppen, hatte aber keine Munition mehr! Im Augenwinkel sah ich wie unser Sergeant sein Rifle hob und den Deserteur auf halbem Weg erschoss.
Nachdem wir die Yankees in ihr eigenes Lager getrieben hatten, kam es noch zu einem letzten verzweifelten Aufb?umen. Beide Seiten k?mpften tapfer mit der Verbissenheit mit der man nur k?mpfen kann wenn man mit dem R?cken zur Wand steht. F?r die Yankees gab es kein zur?ck mehr. F?r uns nur eine Richtung: in das Lager der Yankees! Diese versuchten uns mit einem Sturmangriff aus ihrem Lager zu treiben. Dies gelang ihnen jedoch nicht! Dixie was victorious!